Schwangerschaft und Zahnhygiene: Welcher Zusammenhang besteht dazwischen?

Eine Schwangerschaft ist ein wichtiger Abschnitt im Leben einer Frau. Der Körper und der Organismus verändern sich und neue Hormone bringen den Alltag durcheinander. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt und Ihr Umfeld geben Ihnen verschiedene Empfehlungen für Ihr Wohlbefinden und für das Ihres Kindes.

Wussten Sie aber, dass Ihre Dentalhygienikerin bzw. Ihr Dentalhygieniker genauso wertvolle Ratschläge für Sie während Ihrer Schwangerschaft hat?

Ungewöhnlicher Appetit während der Schwangerschaft

Die berühmten Hormone, von denen man oft spricht, können zu einem ungewöhnlichen Appetit auf Speisen führen, die Sie normalerweise nicht verlocken würden. Diese Umstellung der Ernährung, besonders auf gezuckerte Speisen, kann das Kariesrisiko erhöhen. Während der gesamten Schwangerschaft ist es wichtig, eine ausgezeichnete Mund-Zahnhygiene aufrechtzuerhalten, insbesondere mittels Zahnseide, Zahnstocher, Interdentalbürste oder jegliches weitere von Ihrer Hygienikerin bzw. Ihrem Hygieniker empfohlene Mittel. Wir empfehlen zwei Zahnsteinbehandlungen während der Schwangerschaft oder mehr, falls das Zahnfleisch Anzeichen einer Entzündung aufweist.

Richtiges Vorgehen bei Übelkeit

Übelkeit kann zum Alltag von Schwangeren gehören. Dieses Phänomen führt zu einer Ansammlung von Säuren in Ihrem Mund und verursacht eine Entkalkung des Zahnschmelzes. Um die Wirkung der Säure zu verringern, raten wir Ihnen, nach dem Erbrechen den Mund gründlich mit Wasser oder einer Mundspülung zu spülen. Der pH-Wert wird neutralisiert und Ihr Zahnschmelz vor dem Säureangriff bewahrt.

Zahnfleischentzündung während der Schwangerschaft

Die hormonalen Veränderungen können ebenfalls zu einer erhöhten Empfindlichkeit des Zahnfleischs führen. Das Zahnfleischgewebe entzündet sich und verursacht eine Zahnfleischentzündung. Die sichtbaren Symptome dieser Zahnfleischerkrankung sind Rötungen, geschwollenes Zahnfleisch und Blutungen. Sollten Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie einen Termin bei Ihrer Dentalhygienikerin bzw. Ihrem Dentalhygieniker vereinbaren. Regelmässige und häufige Zahnsteinbehandlungen werden während der Schwangerschaft empfohlen und halten das Zahnfleisch in einem guten Zustand.

Parodontose (eine Erkrankung, die das Zahnfleisch und den Knochen um Ihre Zähne zerstört) ist ein Faktor, der das Risiko für Frühgeburten höchst signifikant erhöht. Forscher bestätigten in 1996 (Offenbacher) und 2002 (Mac Gaw), dass eine Schwangere mit Parodontose ein drei Mal höheres Risiko für eine Frühgeburt aufweist. Die Toxine und Bakterien im infizierten Zahnfleisch der Parodontose verursachen entweder direkt oder über die Leber eine Entzündung und eine Infektion der Gebärmutter, was zu einer Frühgeburt führt.

In jedem Fall empfehlen wir Ihnen eine regelmässige Zahnsteinentfernung und Kontrollen zur Aufrechterhaltung eines gesunden Zahnfleischs und einer guter Zahngesundheit.

 «Ein Kind, ein Zahn»: Mythos oder Realität?

Schwangere geben Ihrem Kind zu Unrecht die Schuld an ihrem «Kalziummangel», der zu Zahnverlust infolge einer Schwangerschaft führen kann. Während eine Schwangerschaft früher zu Mängeln führte, insbesondere von Kalzium, kann heute nicht Fehlernährung dafür verantwortlich gemacht werden. Die einzige Auswirkung ist hormonell bedingt mit einem Risiko für akute Zahnfleischentzündung, die zu einer Empfindlichkeit des Zahnfleischs, Blutungen und Schwellungen, kurz gesagt zu Schmerzen führt, die das Zähneputzen behindern. Durch eine gute Mund-Zahnhygiene, eine gesunde Ernährung und regelmässige Kontrollen bei einer Hygienikerin bzw. einem Hygieniker behalten Sie Ihr schönes Lächeln und alle Ihre Zähne.

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